AQUACULTURE TECHNOLOGY - Fishfarming & Equipment!

AquaTech Publications
Bücher

Die Fischproduktion

in Kreislaufanlagen

Erfahrungen und Empfehlungen

von

Dr. Peter Steinbach

Erschienen 2018

Hardcover, 408 Seiten

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VORWORT

Im täglichen Sprachgebrauch werden Anlagen, die der Mast, Aufzucht oder Haltung von Fischen dienen, und in denen das Anlagenwasser zur erneuten Benutzung aufbereitet wird, als Kreislaufanlagen bezeichnet. Abhängig vom Grad der täglichen Zugabe von Frisch- oder Austauschwasser spricht man von offenen, teilgeschlossenen oder geschlossenen Kreisläufen. Je weniger Wasser als Austausch- oder Frischwasser zugeführt wird, desto aufwendiger muss die interne Wasseraufbereitung gestaltet werden. Heute übliche Kreisläufe arbeiten recht erfolgreich mit täglichen Wasser Austauschraten von 8-15 % des Gesamtvolumens. Mit abnehmender Austauschrate des Wassers werden immer weiter gehende Aufbereitungen nötig. Es ist wohl möglich nur das Spritz- und Verdunstungs-wasser, die zuwachsende Bakterienmasse, unverdautes Futter sowie mit der täglichen Fütterung zugeführte Mineralstoffe als mehr oder weniger trockenen Schlamm zu entfernen. Der technische, energetische, finanzielle und logistische Aufwand ist aber immens und damit, zumindest unter heutigen Bedingungen, nicht wirtschaftlich. Im Auge behalten werden muss immer, das dieses Austausch Wasser, je nach örtlichen Gegebenheiten, mehr oder weniger aufwändig behandelt oder aufbereitet werden muss, bevor es die Anlage verlässt und in einen Vorfluter abgegeben werden darf. Vorflut ist die Möglichkeit des Wassers mit natürlichem Gefälle oder durch künstliche Hebung abzufließen (natürliche und künstliche Vorflut). Als Vorfluter werden die der Vorflut dienenden Gewässer wie etwa Bäche, Flüsse oder Seen bezeichnet. Wird die Intensivhaltung bis zur mehr oder weniger engen Kreislaufführung des Anlagenwassers betrieben, müssen nicht „nur“ die Fische, sondern auch die Bakterien (Mikroorganismen) in der Wasseraufbereitung bei Laune gehalten werden. Es gilt ein recht labiles Gleichgewicht beider Gruppen an Lebewesen – die sehr konträre Vorstellungen davon haben, was angenehm, erstrebenswert und gut für sie ist – zu schaffen und vor allem auf Dauer aufrecht zu halten.

Um beurteilen zu können ob bei den Fischen und der Wasseraufbereitung alles in Ordnung ist, empfiehlt es sich, die wichtigsten Parameter zu messen und die Ergebnisse der Messungen zu dokumentieren, um langsame Veränderungen zum Besseren (selten) oder Schlechteren (deutlich häufiger) zu erkennen und entsprechend zu handeln. Auch Teich-, Becken-, oder Rinnenanlagen müssen je nach Besatzdichte und täglicher Futtermenge das die Anlage nach Nutzung für die Fischhaltung verlassende Wasser zumindest mechanisch, zunehmend aber auch biologisch aufbereiten. Die in solchen Fällen zu behandelnden Wassermengen können bis zu mehreren Tausend Kubikmeter pro Stunde betragen.

Derzeit gibt es in Deutschland kein an die besonderen Anforderungen zum Betreiben von Kreislaufanlagen angepasstes Berufsbild und damit keine ausreichend spezialisierte Ausbildung, die das für ein sicheres und erfolgreiches Betreiben dieser Anlagen nötige Wissen vermittelt. Eine Reihe von Berufen kann wertvolle Informationen zum Verständnis der Gesetzmäßigkeiten liefern, andere wiederum vermitteln Fähigkeiten, die zum erfolgreichen Betrieb einer Anlage unabdingbar sind. Fischwirte, Landwirte, Fischereibiologen, Agraringenieure, Abwasserfachleute, Aquarianer und vor allem Fischereiingenieure, aber auch in den letzten Jahren ausgebildete Fischwirte bringen gute Voraussetzungen mit, sich schnell und erfolgreich in die Gesamtmaterie einzuarbeiten. 

Die vorliegende Zusammenfassung versucht, die in jedem Fall erforderliche Einarbeitung zu erleichtern und soweit wie möglich zu beschleunigen. Kenndaten zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Kreislaufanlagen verschiedener Bauarten werden, wo immer sie mir angebracht erschienen angegeben. Grundsätzliche Fehler die bei der Planung und Auslegung derartiger Anlagen gemacht wurden, sollten sich daher leichter erkennen und beim Bau weitgehend vermeiden lassen. Auch soll biologisches, chemisches und abwassertechnisches Grundwissen vermittelt werden. Eine praktische Anleitung zum Umgang mit Fischen und Kreislaufanlagen soll helfen, Risiken zu mindern und die Erträge zu sichern. Störungen oder Schwierigkeiten, die nach zum Teil leidvoller eigener Erfahrung auftreten können, werden aufgezeigt und Möglichkeiten oder Wege zur Lösung oder Vermeidung dieser Probleme werden angeboten. Soweit möglich, wird auf komplizierte Formeln zur Darstellung von Zusammenhängen verzichtet. Stattdessen werden Faustzahlen und Erfahrungswerte genannt, die sich in der Praxis bewährt haben. Das Ziel der vorliegenden Ausarbeitung soll eine Anleitung aus der Praxis für die Praxis sein. Natürlich können nicht alle möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten aufgelistet werden; dazu sind die zum Einsatz kommenden Anlagen, Becken und Ansprüche der unterschiedlichen Fischarten zu verschieden. In der Regel können aber die im Folgenden vermittelten Erfahrungen zum Erkennen auftretender Probleme und ihrer Lösung verhelfen oder im besten Fall sogar ihr Auftreten verhindern. Der Versuch Erfahrungen zu vermitteln scheitert allerdings, wenn die vorliegende Ausarbeitung nicht gelesen wird. Die an einige Kapitel angehängte Liste empfohlener Literatur gibt interessierten Lesern die Möglichkeit, sich in die betreffenden Fachgebiete weiter einzulesen oder einzuarbeiten.

Die vorliegende Ausarbeitung basiert auf langjährigen Erfahrungen des Autors und seiner Freunde und Bekannten mit der Auslegung, Planung, Montage und Inbetriebnahme sowie dem dauerhaften Betrieb von Kreislaufanlagen. Im Verlauf dieser „Lehrjahre“ haben wir eine Menge toter Fische gesehen, welche durch eigene Fehler oder die anderer ums Leben kamen. Erkenntnisse die im langjährigen Betrieb von Anlagen unterschiedlicher Bauarten mit den verschiedensten Fischarten gewonnen werden konnten wurden eingearbeitet. Vor allem nicht oder nicht gut funktionierende Anlagen verschiedener Betreiber sind/waren geeignet den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern und zu lernen welche Fehler man besser von Vorneherein vermeiden kann und auch sollte. Bei jedem Neubau einer Anlage gelingt es auch so noch genügend neue eigene Fehler zu machen. Sachzwänge werden immer wieder gern als Grund für das Eingehen von Kompromissen genannt. Die angeführten Gründe sind allerdings nicht immer nachvollziehbar oder wirklich zwingend. Auch tauchen im Laufe der Bautätigkeit nicht selten Unwägbarkeiten auf, die Kosten, Kopfschmerzen, Ärger und schlaflose Nächte bereiten. Kompromisse die auf Kosten der Auslegung und Sicherheit einer Anlage eingegangen werden, rächen sich später bitter. Beim Lesen des vorliegenden Buches kann es sein, dass einige Passagen und Bemerkungen beim flüchtigen darüber schauen nicht so ganz ernst klingen. Sie sind aber durchaus ernst gemeint.

Dr. Peter Steinbach


DANKSAGUNG

Ohne eine Reihe von Personen wäre diese Veröffentlichung nur sehr viel später oder nie, in jedem Fall aber nicht in der vorliegenden Form zustande gekommen. Mein Dank gilt daher besonders:

Peter Bahrs der seit vielen Jahren in der Kreislaufhaltung von unterschiedlichen Fischarten tätig ist, hat als nimmermüder Lektor mehrfach sehr viel Zeit investiert auf zu arge Fehler hinzuweisen, viele Texte leichter verständlich oder überhaupt lesbar zu machen und mich an seinen umfassenden Erfahrungen in der Kreislauftechnik und der Aufzucht von unterschiedlichen Fischarten teilhaben zu lassen. Sollten noch irgendwelche Fehler zu finden sein, liegt das nicht an ihm, sondern an mir, weil ich die vorhandenen Korrekturen einfach nicht übernommen habe. Weiteres hat er mir die Erstellung von umfangreichem Bildmaterial ermöglicht.

Uwe Reuter arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich in der Zucht, Vermehrung, intensiven und extensiven Haltung von Salmoniden und in den letzten Jahren auch Stören verschiedener Altersklassen. Ihm schulde ich Dank für immerwährende Bereitschaft in oft die halbe Nacht dauernden Gesprächen Fragen zu beantworten und kritisch mein Geschreibsel zu hinterfragen. Seine Anregungen und Tipps haben mir häufig weitergeholfen obwohl sie mir manchmal Kopfschmerzen bereiteten. Vor allem wenn sich herausstellte, dass mal wieder eine Änderung nötig war weil der Text falsch, unverständlich oder zu abgehoben war.

Peter Groß und Ralf Gensler. Wenn immer mir danach ist mal rauszukommen und mit vernünftigen Menschen zu reden, ist ein Besuch bei Peter Groß die erste Wahl. Er ist großzügig, liebenswert und hilft wenn immer es in seiner Macht steht. Für Fragen zur Störhaltung, Aufzucht, Vermehrung und Vorbereitung zu verschiedenen Jahreszeiten ist Ralf Gensler immer zu haben, sogar zu deren umfassenden Beantwortung. Diesen beiden sowie dem nimmer müden Horst Gensler habe ich darüber hinaus für viele unvergessliche Jagderlebnisse zu danken.

Georg Stähler. Er hat mich seit meiner Jugend immer wieder begleitet, mal näher mal weiter voneinander entfernt. Im Betrieb seines Vaters Theo Stähler bin ich mit Kreislaufanlagen in Kontakt gekommen, deren Faszination mich seit dieser Zeit niemals wieder verlassen hat. Viele Gespräche zur Haltung, Aufzucht, Fütterung, und Abfischung von Groß- und Kleinteichen fanden in Georg Stählers Haus statt, mit viel gutem Essen – Danke Mechtild – und der einen oder anderen Flasche Wein.

Mesfin Belay, danke ich für die vielen Jahre seiner Freundschaft, die gute Zusammenarbeit und Hilfe bei was für Problemen auch immer – ein Anruf genügt – sowie die Überlassung von Bildmaterial. Es ist schön Freunde zu haben.

Frau Doktor Bräuer vom Sächsischen Fischgesundheitsdienst und Herrn Doktor Meinelt danke ich für die Überlassung von aussagekräftigem Bildmaterial zu Fischkrankheiten.

Esther Fritschi, Steffi Steinbach und Uwe Hübenthal danke ich für ihre immerwährende Bereitschaft zur Hilfe bei meinen Kämpfen mit dem nicht immer so wie ich wollenden oder auch könnenden PC. Darüber hinaus hat Esther Fritschi viel zur Bebilderung des Buches beigetragen, sei es durch eigene Fotografien oder durch Hinweise auf Dinge die fotografiert werden sollten oder unbedingt müssten damit der trockene Text anschaulicher wird.

Nicht zuletzt danke ich Martin Hochleithner für die Bereitschaft sich meines Manuskriptes anzunehmen, es zu ordnen, überflüssigen Ballast zu entfernen, zur Ergänzung eigene Texte wo nötig einzufügen und Bildmaterial zur Verfügung zu stellen.


INHALTSANGABE

1. Einleitung und Problemstellung

2.  Organismen und Kultivierung
     2.1. Lebensbedingungen für Wasserorganismen
            2.1.1. Leben im Süßwasser
            2.1.2. Leben im Salzwasser
    
2.2. Kultivierung von Wasserorganismen
         
  2.2.1. Teichanlagen
         
  2.2.2. Durchlaufanlagen
         
  2.2.3. Gehegeanlagen
         
  2.2.4. Kreislaufanlagen
            2.2.5. Aquarienanlagen
    
2.3. Fischarten für die Aquakultur
         
  2.2.1. Störfischartige (Acipenseriformes)
         
  2.2.2. Labyrinthfischartige (Anabantiformes)
         
  2.2.3. Aalfischartige (Anguilliformes)
         
  2.2.4. Makrelenfischartige (Carangiformes)
            2.2.5. Sonnenbarschartige (Centrarchiformes)

         
  2.2.6. Buntbarschartige (Cichliformes)
         
  2.2.7. Karpfenfischartige (Cypriniformes)
    
      
2.2.8. Hechtfischartige (Esociformes)
         
  2.2.9. Dorschfischartige (Gadiformes)
         
  2.2.10. Schnapperfischartige (Lutjaniformes)
         
  2.2.11. Meeräschenartige (Mugiliformes)
         
  2.2.12. Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)
         
  2.2.13. Barschfischartige (Perciformes)
         
  2.2.14. Plattfischartige (Pleuronectiformes)
         
  2.2.15. Lachsfischartige (Salmoniformes)
            2.2.16. Umberfischartige (Sciaeniformes)
         
  3.2.17. Thunfischartige (Scombriformes)
         
  2.2.18. Welsfischartige (Siluriformes)
         
  2.2.19. Brassenfischartige (Spariformes)
         
  2.2.20. Andere Fischordnungen
    
2.4. Produktionsmengen in der Aquakultur

3.  Wasserchemie       
    
3.1. Atome und Moleküle     
    
3.2. Oxidation und Reduktion                   
     3.3. Säuren, Basen und Salze
         
  3.3.1. Säuren
         
  3.3.2. Basen
         
  3.3.3. Salze                 
     3.4. pH-Wert, Härtegrad, m- und p-Wert
         
  3.4.1. pH-Werte
            3.4.2. Härtegrade
            3.4.3. m- und p-Werte
     3.5. Sauerstoff                                         
     3.6. Stickstoff                                 
            3.6.1. Ammoniak                                 
            3.6.2. Nitrit
            3.6.3. Nitrat                          
     3.7. Schwefel                      
     3.8. Kohlenstoff       
     3.9. BSB
     3.10. CSB und PV
     3.11. Phosphor                                       
     3.12. Chlor                          
     3.13. Eisen und Mangan                                     
    
3.14. Kupfer und Zink                                             
     3.15. Kalzium          
     3.16. Metalle           
     3.17. Temperatur                                                    
     3.18. Kohlendioxid
     3.19. Gassättigung              
     3.20. Osmose 

4.  Fischanatomie       
    
4.1. Verdauungstrakt
     4.2. Niere    
     4.3. Milz                                                  
     4.4. Leber                                                  
            4.4.1. Gallenblase                                            
            4.4.2. Bauchspeicheldrüse                               
     4.5. Schwimmblase                                    
     4.6. Atmungsorgane
     4.7. Herz                                                   
     4.8. Blut, Kreislauf                                      
     4.9. Haut, Schuppen                                   
     4.10. Wirbelsäule, Gräten                            
     4.11. Kopf                                                  
     4.12. Schultergürtel, Flossen                       
     4.13. Muskulatur                                         
     4.14. Sinnesorgane
            4.14.1. Gehirn
            4.14.2. Augen
            4.14.3. Labyrinth
            4.14.4. Geruchsorgane
            4.14.5. Seitenlinien
            4.14.6. Geschmackszellen
     4.15. Geschlechtsorgane
     4.16. Endokrine Drüsen
            4.16.1. Schilddrüse
            4.16.2. Ultimobranchialkörper
            4.16.3. Zirbeldrüse
            4.16.4. Hirnanhangdrüse
            4.16.5. Nebenniere
            4.16.6. Urohypophyse
            4.16.7. Thymusdrüse 

5.  Fischfütterung       
     5.1. Nährstoffe                                                       
            5.1.1. Proteine                         
            5.1.2. Fette                                                    
            5.1.3. Kohlenhydrate                                        
            5.1.4. Rohfaser                                                
            5.1.5. Energie                                                  
            5.1.6. Vitamine 
            5.1.7. Mineralstoffe
     5.2. Futtermittellagerung
     5.3. Futtermittelbewertung
     5.4. Unidentifizierte Wachstumsfaktoren
     5.5. Nass- und Lebendfutter

6.  Nährstoffverdauung
     6.1. Stoffwechsel
            6.1.1. Enzyme                                                 
            6.1.2. Einflussgrößen des Stoffwechsels                       
            6.2.3. Einflussgrößen der Herstellung
     6.2. Verdauung
            6.2.1. Kohlenhydrate
            6.2.2. Proteine
            6.2.3. Fette

7. Fischkrankheiten
    
7.1. Hygiene                                   
     7.2. Diagnose und Behandlung
            7.2.1. Äußere Untersuchungen                          
            7.2.2. Innere Untersuchungen              
            7.2.3. Bakteriologische Untersuchungen                        
            7.2.4. Häufige Krankheiten                                
     7.3. Einsenden von Fischen 
     7.4. Einsatz von Medikamenten                         
            7.4.1. Einsatz über das Futter                                      
            7.4.2. Einsatz über das Wasser                        
     7.5. Anwendung von Therapeutika
            7.5.1. Acriflavin oder Trypaflavin
           
7.5.2. Jodophor
           
7.5.3. Chloramin
           
7.5.4. Formalin
           
7.5.5. Huminstoffe
           
7.5.6. Malachitgrünoxalat
           
7.5.7. Metrifonat
           
7.5.8. Ovitelmin
           
7.5.9. Kochsalz
           
7.5.10. Kupfersulfat
           
7.5.11. Peressigsäure
           
7.5.12. Antibiotika
     7.6. Ultraviolettes Licht
     7.7. Ozon    
           7.7.1. Herstellung
            7.7.2. Einsatz                                      
            7.7.3. Dosierung                                              
            7.7.4. Abschäumer

8.  Fischhaltungsbecken
     8.1. Beckenformen
            8.1.1. Rechteckbecken
            8.1.2. Rundbecken
            8.1.3. Mischformen
     8.2. Beckenmaterialien
            8.2.1. Folienbecken
            8.2.2. Metallbecken
         
  8.2.3. Kunststoffbecken
            8.2.4. Betonbecken
            8.2.5. Glasbecken
            8.2.6. Naturbecken
     8.3. Beckengestaltung
            8.3.1. Beckenfarben
            8.3.2. Beckentiefen
            8.3.3. Beckenböden
            8.3.4. Beckenränder
            8.3.5. Beckenzuläufe
            8.3.6. Beckenabläufe
            8.3.7. Beckensiebe
    
8.4. Alarmgebung und Notversorgung
     8.5. Quarantäne

9.  Anlagenauslastung
     9.1. Einflussgrößen des Zuwachses                         
     9.2. Einflussgrößen des Besatzes
     9.3. Erläuterung zur Besatzplanung und Anlagenauslegung 

10. Transport, Sortierung, Hälterung
     10.1. Transportieren
     10.2. Sortieren
     10.3. Hältern        
            10.3.1. Nüchtern der Fische
            10.3.2. Entfernen von Geschmacksbeeinträchtigungen

11. Wasseraufbereitung          
    
11.1. Aufbereitung des Zulaufwassers  
         
  11.1.1. Grundwasser
         
  11.1.2. Naturgewässer  
            11.1.4. Uferfiltrat 
 
     
    11.1.4. Trinkwasser  
 
        
  11.1.3. Industriewasser
    
11.2. Aufbereitung des Kreislaufwassers       
         
  11.2.1. Biologische Reinigung
            11.2.2. Mechanische Reinigung
            11.2.3. Chemische Reinigung
    
11.3. Verfahren der Abwasserreinigung
            11.3.1. Mechanische Verfahren                         
            11.3.2. Biologische Verfahren     
         
  11.3.3. Teichverfahren und Bodenfilter
         
  11.3.4. Schlammbehandlung

12. Gebäudetechnik
    
12.1. Gebäudelüftung und Klimatisierung
         
  12.1.1 Gebäudebe- und -entlüftung
         
  12.1.2. Gebäudeklimatisierung
    
12.2. Rohrleitungen
            12.2.1. Leitungsmaterialien
            12.2.2.
Leitungsquerschnitte 
     12.3. Stromversorgung und Lichtklima
            12.3.1. Schaltschränke
            12.3.2. Steckdosen
            12.3.3. Beleuchtung
            12.3.4. Fenster

13. Störfälle
     13.1. Maschinelle Störfälle
            13.1.1. Ausfall der Gebäudebelüftung
         
  13.1.2. Ausfall von Heizung oder Kühlung
            13.1.3. Ausfall von Sicherungen und Automaten
            13.1.4. Ausfall der Stromversorgung
            13.1.5. Ausfall des Notstromaggregates
            13.1.6. Ausfall der Belüftung im Biofilter
            13.1.7. Ausfall der Belüftung im Fischbecken
            13.1.8. Leistungsverminderung der Lufteintragssysteme
            13.1.9. Ausfall der Sauerstoffversorgung
            13.1.10. Ausfall der Reinigungseinheiten
            13.1.11. Störung des Lamellenseparators
            13.1.12. Ausfall der Brunnenpumpe
            13.1.13. Ausfall der UV-Anlage
            13.1.14. Ausfall der Ozonanlage
     13.2. Biologische Störfälle
            13.2.1. Auftreten von Ammonium
            13.2.2. Auftreten von Nitrit
            13.2.3. Veränderung des pH-Werts
            13.2.4. Auftreten von Schwebstoffen
            13.2.5. Falscher Sauerstoffgehalt
            13.2.6. Hoher Nitratgehalt
     13.3. Formblätter 

14. Literaturangaben

15. Schlagwortverzeichnis


EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

Kreislaufanlagen dienen dem Zweck, Fische möglichst gesund, in möglichst kurzer Zeit, unter möglichst wirtschaftlichen Bedingungen zur Marktreife zu bringen. Die Vermarktung kann als Brut, Setzling, Speisefisch und/oder Besatzfisch erfolgen; entweder zum Besatz natürlicher Gewässer, zur weiteren Aufzucht in Teichen, Netzgehegen oder anderen Anlagen, oder als Speisefisch mit oder ohne weitere Verarbeitung für den Konsum. Auch die Aufzucht bis zur Geschlechtsreife der Tiere um diese zu vermehren oder Kaviar zu gewinnen ist gängig. Zierfische werden in dieser Ausarbeitung wie “normale“ Fische betrachtet. Deren speziellen Probleme, Anforderungen, Ziele und Artenvielfalt sind zu unterschiedlich und würden den Umfang dieser Abhandlung sprengen. Gleichwohl treffen alle allgemeinen Regeln für Fische, Wasserführung, Wasserchemie, Futter, Verdauung, Krankheiten, Sauerstoff, Besatzdichten und Abwasserbehandlung auch auf Zierfische und deren Haltung zu.

Das erfolgreiche Betreiben einer Kreislaufanlage erfordert Kenntnisse über:

Um eine Kreislaufanlage auf Dauer erfolgreich zu betreiben, müssen zwei völlig verschiedene biologische Systeme (Fischhaltung und Abwasseraufbereitung) mit ihren sehr unterschiedlichen – zum Teil sogar entgegengesetzten Ansprüchen an die Konzentration von Wasserinhaltsstoffen – ständig aufeinander abgestimmt und in Funktion gehalten werden. So ist die Leistung einer biologischen Wasseraufbereitung bei einer Konzentration von 5-10 mg/l Ammonium (NH4+) im Anlagenwasser deutlich höher als z. B. bei 0,2-0,5 mg/l NH4+ wie sie üblicherweise in Kreislaufanlagen auftreten. Fische hingegen fühlen sich ärgerlicherweise mit Werten unterhalb 0,2-0,5 mg NH4+/l deutlich wohler als bei solchen über 1 mg NH4+/l. Werte von 5-10 mg NH4+/l im Beckenwasser sind für die Bakterien prima, führen hingegen bei Fischen je nach Spezies, Futtermenge, Futterzusammensetzung, Temperatur und pH-Wert zu schweren Schäden oder sogar zum Tode.

Um beurteilen zu können ob die Anlage „rund„ läuft ist es von entscheidender Bedeutung die wichtigsten Wasserparameter regelmäßig zu messen und die Ergebnisse dieser Messungen zu dokumentieren. Eine Übertragung der gemessenen Werte und der täglich verabreichten Futtermenge in Diagramme, statt nur in Zahlenreihen, erleichtert vielen Menschen das Erkennen von Tendenzen und kann helfen, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und ermöglicht so oft das rechtzeitige Einleiten von geeigneten Gegenmaßnahmen. Intuitiv, nur durch Blicke aufs Wasser und die Fische, können nur sehr wenige den Zustand einer Anlage und der darin befindlichen Fische beurteilen. Fast alle Anfänger und auch ein großer Teil der Fortgeschrittenen sind damit überfordert.

Kennt man einige der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten, denen diese unterschiedlichen biologischen Systeme (Fische und Bakterien) unterliegen und unweigerlich folgen, ist es möglich, so zu handeln, dass sowohl Fische als auch Bakterien dauerhaft die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Nur wenn sich die Lebewesen beider Systeme wohl fühlen, da sie ihren Ansprüchen entsprechend behandelt werden, ist mit Gesundheit und guten Zuwachsraten bei den Fischen zu rechnen, weil stabile Verhältnisse in den Fischbecken und der Wasser-aufbereitung herrschen. Ein gewisses Gefühl und Verständnis für biologische und technische Zusammenhänge hilft eine Anlage erfolgreich zu betreiben. Dieses Gefühl und Verständnis kann man nur sehr schwer lernen. Ist es vorhanden kann es verbessert werden. Sind beide nicht vorhanden sollte man die Finger von der ganzen Sache lassen. Meist geht das Projekt schief.

Hohe oder zu hohe Besatzdichten in den Fischbecken führen in der Regel allenfalls kurzfristig zu erhöhten Erträgen, auf lange Sicht aber in permanente, schwer oder gar nicht zu beherrschende Schwierigkeiten. Häufig kränkelnde Tiere, schlecht wachsende Bestände, trübes Wasser, und schleichende Verluste sind fast immer Zeichen für Überladung der Fischbecken oder Überlastung der biologischen Aufbereitung. Knapp ausgelegte Rohrleitungen und Rinnen, sehr sparsam ausgestattete technische Anlagen, Verzicht auf Redundanzen und Vorhaltung von Ersatzteilen, falsch dimensionierte Wasseraufbereitungen und pro Zeiteinheit zu geringe Wasseraustauschraten, ebenso wie sehr im optimistischen Bereich angesiedelte Arbeitszeitberechnungen, zu erwartende Kosten, Produktionsmengen und Verkaufspreise, helfen lediglich Anbietern derartiger Anlagen nicht genügend sachkundige Kunden und Investoren zum Öffnen der Brieftaschen zu bewegen. Jahrelanger Ärger mit dem Anlagenbauer, zunächst persönlich und später vor Gericht ist vorprogrammiert. Die gesteckten Produktionsziele werden nicht erreicht, die so schön gerechneten Businesspläne sind Makulatur. Sind nicht genügend Kapitalreserven zur Nachbesserung vorhanden, ist das Vorhaben gescheitert, es droht die Pleite. Sehr billige Anlagen sind selten gute Anlagen. Häufig sind nicht unerhebliche und teure Nachrüstungen nötig, sofern das gesamte Vorhaben überhaupt mit vertretbarem Aufwand zu retten ist. Mit anderen Worten, man kann auch sehr teuer sparen!


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